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Verfasser Titel Jahr
zeige Details Erwin, Stresemann, Vesta Die postnuptiale und die praenuptiale Vollmauser der asiatischen WürgerLanius tigrinus undL. cristatus
in: Journal of ornithology , ISSN 1439-0361, Vol. 112 (4. 1971), p. 373-395
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1971
Zusammenfassung 1. Die beiden WürgerartenLanius tigrinus undL. cristatus mausern als Adulte ihr ganzes Gefieder, also auch die Flugfedern, alljährlich zweimal. Sie haben eine postnuptiale Vollmauser (= a-Mauser), die im Brutgebiet (der gemäßigten Zone der Osthälfte von Asien) vollständig abläuft oder wenigstens beginnt, und eine praenuptiale Vollmauser (= b-Mauser) im Winterquartier (den Tropen von Südost-Asien und den vorgelagerten Inseln). 2. Lanius tigrinus erneuert alle (?) Federn zweimal. Die a-Mauser beginnt Anfang Juli und endet im August im Brutgebiet. Die b-Mauser beginnt Ende Dezember im Winterquartier und endet dort etwa Ende März. Die a-Mauser verläuft rascher als die b-Mauser. 3. Bei der Untersuchung der Mauser vonLanius cristatus haben sich Unterschiede zwischen den vier Subspezies (cristatus, confusus, superciliosus, lucionensis) herausgestellt, die mit der Entfernung ihres Brutgebietes von ihrem Winterquartier zusammenhängen. 4. Den kürzesten Zugweg hatL. c. lucionensis, der zumeist aus China nach den Philippinen zieht. Diese Subspezies pflegt im September die a-Mauser im Brutgebiet abzuschließen und im folgenden Februar mit der b-Mauser zu beginnen, die im April endet, aber in der Regel nicht alle Schwungfedern, sondern nur einen Teil der Hand- und Armschwingen erfaßt. Nur die 5 distalen Handschwingen werden wohl stets zum zweiten Mal erneuert. 5. Den längsten Zugweg (Sibirien—Indien) hatL. cristatus cristatus. Bevor die Sibirier das Brutgebiet verlassen (meist schon im August), wird die begonnene Mauser stillgestellt. Sie ist dann in der Regel noch nicht weit fortgeschritten, oft sind nur 2 oder 3 innere Handschwingen schon erneuert worden. Einige Zeit nach der Ankunft im Winterquartier wird die begonnene a-Mauser im Oktober fortgesetzt und im November beendet. In der Regel sind dann alle Federn erneuert worden. Die b-Mauser beginnt wie beilucionensis um den 1. Februar und endet, nachdem (in der Regel) alle Federn zum zweiten Mal erneuert worden sind, im April oder Anfang Mai. 6. Die Mauserweise der beiden Subspeziesconfusus (Amur- und Ussuriland; im Winter meist in Sumatra und Malayischer Halbinsel) undsuperciliosus (Japan; im Winter meist in Java) überbrückt den Unterschied zwischenlucionensis undcristatus. 7. Eine allen Subspezies vonL. cristatus gemeinsame Besonderheit besteht darin, daß die Handschwingen-Mauser oft nicht mit H1, sondern mit H3, 4 oder 5 beginnt, von wo aus sie nach beiden Richtungen zugleich fortschreiten kann. In der Reihe der äußeren Armschwingen fällt (abweichend von der Passerinen-Regel) A 6 meistens vor A 5 und diese manchmal vor A 4. 8. Das durch die a-Mauser erworbene „Winterkleid” ist beiL. tigrinus undL. cristatus genau so gefärbt wie das aus der b-Mauser hervorgehende „Sommerkleid”.
Summary 1. Adult specimens ofLanius tigrinus andL. cristatus renew the entire plumage, including the flight feathers, twice every year. They undergo 1st a complete postnuptial moult (= a-moult), which is completed or at least begins on the breeding grounds (the temperate zone of the eastern half of Asia), and 2nd an (almost) complete prenuptial moult (= b-moult) in winter quarters (the tropics of southeast Asia and neighboring islands). 2. The complete a-moult ofLanius tigrinus begins in early July and ends in August on the breeding territory. The complete b-moult starts about the end of December in winter quarters and ends there in late March. The postnuptial moult is accomplished in a shorter time than the prenuptial one. 3. In the timing and pattern of moult, the four subspecies ofLanius cristatus (cristatus, confusus, superciliosus, lucionensis) show certain differences, which are correlated with the length of their migration. 4. The Chinese subspeciesL. c. lucionensis, which spends the winter mostly on the Philippine Islands, has the shortest migration route. This subspecies generally completes the a-moult on breeding grounds in September and begins the b-moult the following February. This prenuptial moult, which ends in April, tends to be incomplete insofar as a variable number of primaries and secondaries are retained. Among the primaries, only the five distal ones are apparently always moulted for a second time. 5. The longest migration route (Siberia—India) is that ofL. c. cristatus. The postnuptial moult of this subspecies is generally interrupted in an early stage before the bird migrates south, to be resumed in winter quarters some time after arrival and concluded in November. Usually all feathers are moulted during the a-moult. The b-moult starts (as inlucionensis) in early February and ends in April or in the beginning of May. 6. The moult-pattern of the remaining two subspecies,confusus (Amurland and Ussuriland, in winter chiefly in Sumatra and Malay Peninsula) andsuperciliosus (Japan, in winter mostly in Java) bridges the contrast existing betweenlucionensis andcristatus. 7. All subspecies ofL. cristatus share the peculiarity that the primary moult starts frequently with pr. 3, 4 or 5 (instead of with pr. 1), from which focus it may proceed simultaneously in both directions. Among the six outer secondaries, the sixth usually drops before the fifth inL. cristatus as well as inL. tigrinus. 8. The winter plumage produced by the a-moult agrees completely with the summer plumage which results from the b-moult. This applies not only toL. cristatus but also toL. tigrinus.
Copyright: Copyright 1971 Verlag der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft
beteiligte Personen: Erwin , Stresemann, Vesta
Format: Elektronisch
Erschienen: 1971.
Serie: Springer Online Journal Archives 1860-2000 [Dig. Serial]
Schlagwörter:
URL: http://dx.doi.org/10.1007/BF01640574

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